Von automatischen Alltagsgewohnheiten und spirituell orientierten Ritualen, die in jeder Kultur vorkommen, sind Zwangsstörungen eindeutig abzugrenzen. Personen, die unter Zwangserkrankungen leiden, erleben durch Zwangsgedanken und/ oder Zwangshandlungen eine massive Beeinträchtigung ihres Lebensalltags. Obwohl Betroffene gegen diese Gedanken oder Handlungen ankämpfen und diese häufig auch als sinnlos erkennen, verspüren sie einen inneren Drang, bestimmte Dinge zu denken oder zu tun. Dieser Drang kann extreme Unruhe, Anspannung, Gefühle des Ekels oder der Angst, etwas Wichtiges vergessen zu haben, auslösen. Bestimmte Handlungen oder gedankliche Rituale sollen helfen, diese als sehr unangenehm empfundenen Zustände zu neutralisieren. Die allgemein bekanntesten Zwänge sind der Wasch- oder Reinigungszwang und der Kontrollzwang. Zentrale Themen von Zwangsgedanken oder Zwangshandlungen sind häufig Schuld, Religiosität, Versündigung, Sexualität, Aggressivität und Tod sowie Schmutz und Verunreinigung. Die Kognitive Verhaltenstherapie ist bei der Behandlung von Zwangsstörungen aufgrund ihrer hohen Effektivität die bevorzugte Methode.